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1647 Am 4. April wird Maria Sibylla Merian als fünfte
Tochter und erstes Kind aus zweiter Ehe von Matthäus Merian d.Ä. und
seiner Frau Johanna Catharina Sibylla geb. Heimy in Frankfurt am Main
geboren.
1651 Nach dem Tod ihres Vaters heiratet die
Mutter Maria Sibyllas den Maler Jacob Morell, der sich in den Niederlanden
als Maler von Stilleben und Blumenstücken sowie als Kunsthändler einen
Namen erworben hat. In der Familie erhält Maria Sibylla von früher Kindheit
an Anschauungsunterricht im Malen und in der Kunst des Kupferstichs.
Obwohl die Mutter sie streng nach den damaligen Idealvorstellungen von
einer Hausfrau erzieht und eine künstlerische Beschäftigung ablehnt,
beginnt Maria Sibylla früh - zunächst heimlich - Pflanzenzeichnungen
anzufertigen. Später wird sie hierin von ihrem Stiefvater und dem Maler
Abraham Mignon unterrichtet.
1660
Mit 13 Jahren beginnt Maria Sibylla Merian
den Lebenszyklus der Seidenraupe, später auch anderer Raupen zu beobachten,
nachzuzeichnen und zu beschreiben. Sie entdeckt damit die Tier- und
Pflanzenmalerei als ihr Interessengebiet.
1665 heiratet Maria Sibylla Merian den Nürnberger
Maler Johannes Andreas Graff, mit dem sie 1670 in dessen Heimatstadt
zieht.
1668 Geburt ihrer Tochter Johanna Helena
und 1678 von Dorothea Maria. Neben ihren Aufgaben als Hausfrau und Mutter
sorgt Maria Sibylla Merian mit einer Stick- und Malschule für den Lebensunterhalt
der Familie, betreibt einen Handel mit Farben, beobachtet und sammelt
weiter intensiv Raupen und Schmetterlinge und lernt Latein.
1675 bis 1679 gibt sie ihr "Blumenbuch"
in drei Teilen als Vorlagenbuch für Näh- und Stickarbeiten heraus. Bereits
1680 erfolgt eine Neuauflage des gesamten Werkes in einem Band.
1679 erscheint Maria Sibylla Merians
"Der Raupen wundersame Verwandlung und sonderbare Blumennahrung"
Teil 1, verlegt von ihrem Mann. Mit diesem Werk legt sie das Ergebnis
zwanzigjähriger intensiver Studien an Raupen und Schmetterlingen
vor.
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Maria-Merian Seite von Hans
Haag
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1682 Nach allmählicher Entfremdung zwischen den Eheleuten
zieht Maria Sibylla Merian mit ihren Töchtern nach Frankfurt, um ihre
Mutter zu versorgen, die seit 1681 Witwe ist. Auch hier führt sie ihre
wissenschaftliche und künstlerische Tätigkeit mit Elan fort und kann
1683 den zweiten Teil ihres Raupenbuches
herausbringen.
1685 Nach der endgültigen Trennung von ihrem
Mann schließt sich Maria Sibylla Merian zusammen mit ihrer Mutter und
ihren Töchtern einer pietistischen Gruppe in Westfriesland an. Dort
findet sie Zeit und Muße, sich auf sich selbst zu besinnen, ihren heranwachsenden
Töchtern Unterricht zu geben und ihre Insektenstudien weiterzuführen.
Über ihre Glaubensgruppe, die enge Beziehungen zur niederländischen
Kolonie Surinam hat, kommt Maria Sibylla Merian in Kontakt zu Fauna
und Flora dieses südamerikanischen Landes.
1691 zieht Maria Sibylla Merian, die inzwischen
in Fachkreisen sehr bekannt ist, nach Amsterdam. Dort beginnt sie mit
dem dritten Teil ihres Raupenbuches, treibt weiter intensive Forschungen
und finanziert ihr Leben mit dem Verkauf von kolorierten Stichen und
Präparaten. Allmählich reift der Plan einer Studienreise nach Surinam.
1699 bricht sie mit ihrer Tochter Dorothea
dorthin auf. Sie betreibt zwei Jahre gründliche Studien über die Welt
der Insekten und hält alle Beobachtungen exakt fest. Wegen einer Malariaerkrankung
muß sie im Frühjahr 1701, früher als geplant, die Rückreise antreten.
Als Ergebnis ihrer Forschungsreise veröffentlicht Maria Sibylla Merian
1705 mit der "Metamorphose der Insekten
Surinams" ihr bedeutendstes Werk. Der Prachtband in Großfolio "auf bestem
Papier" ist die Krönung ihres Lebenswerkes. Dennoch arbeitet sie unermüdlich
weiter an der Erforschung ihrer Tiere und deren Umwelt, bis sie 1715
ein Schlaganfall in den Rollstuhl zwingt.
1717 Am 13. Januar stirbt Maria Sibylla
Merian. Wenige Monate später veröffentlicht ihre Tochter den dritten
Teil ihres Raupenbuches in Amsterdam.
Literatur:
Charlotte Kerner: Seidenraupe, Dschungelblüte. Die Lebens- geschichte
der Maria Sibylla Merian. Weinheim 1989
Helmut Deckert: Maria Sibylla Merians "Neues Blumenbuch". Leipzig /
Frankfurt 1966/1987.
Renate Feyl: Maria Sibylla Merian 1647 - 1717. In: Der lautlose Aufbruch
- Frauen in der Wissenschaft. Darmstadt 1983, S. 23 - 38
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